Dirigent und Musikvermittler Gerd Albrecht

Der Visionär Gerd Albrecht erkannte als einer der ersten, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche an klassische Musik heranzuführen, um darüber eine Begeisterung zu entfachen, die ein Leben lang andauert. Das war ihm eine Herzensangelegenheit. Deshalb initiierte er zahlreiche »Moderationskonzerte«, lange bevor es eine Szene für Musikvermittlung gab. Eine seiner erfolgreichsten Reihen waren die Hamburger »Musikkontakte« an der Hamburgischen Staatsoper.

Mit dem gleichen Engagement gründete Gerd Albrecht 1989 – als weltweit erstes Musikinstrumentenmuseum zum Anfassen – das Klingende Museum Hamburg sowie die Hamburger Jugendmusikstiftung, die musikalische Talente fördert und Träger des Klingenden Museums ist. Albrechts Grundgedanke: »Nur durch das Anfassen, das eigene Ausprobieren kann sich der Funke entzünden. Nicht hinter Glas, sondern zum Anfassen müssen Musikinstrumente sein«.
Mit der Gründung brachte der international berühmte Dirigent sein ganz persönliches Wunschkind in Hamburg auf den Weg. Wo hatte es das jemals gegeben: Ein Museum, in dem es »Berühren verboten«-Schilder nicht geben sollte. Denn »... was passiert, wenn ein Museum hörbar und Musik fühlbar wird? Dann löst sich eine fatale Paradoxie in unserem Musikleben. Schließlich entsteht die Idee eines klingenden Museums, in dem man nicht wunderbar verzierte Gamben, wertvolle Violinen oder Beethovens historischen Flügel ehrfurchtsvoll aus sicherer Distanz bewundern kann – nein, dann entsteht ein Ort, wo es Musik zum Anfassen gibt.«
Bis 2006 hat Gerd Albrecht das Klingende Museum Hamburg auch finanziell erheblich unterstützt. Darüber hinaus stand er dem Museum bis zuletzt mit Rat und Tat zur Seite.

Gerd Albrecht starb am 2. Februar 2014 im Alter von 78 Jahren.

Seine Idee, Kindern schon früh die Welt der klassischen Musik zu eröffnen, ist heute so modern wie nie zuvor. Das Klingende Museum trägt sie weiter.